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Was ist verantwortungsvoller und nachhaltiger Tourismus?

Klima-neutral, ökologisch, umweltfreundlich, grün, achtsam, langsam, ethisch, lokal, respektvoll… verantwortungsvoller und nachhaltiger Tourismus wird mit einer ganzen Reihe an Begriffen vermarktet. Aber was bedeuten die ganzen Begriffe eigentlich?

Und noch wichtiger: Wie können wir verantwortungsvoller und nachhaltiger Reisen und Urlaub machen?

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Die Tourismusbranche wächst

Die Tourismusindustrie ist einer der größten Branchen der Welt und wächst stetig weiter. Die Prognosen sind vielversprechend und beunruhigend zugleich. Der konventionelle Tourismus ist billiger denn je und Massentourismus gibt es immer häufiger und überall auf der Welt.

Angkor Wat Tempel bei Sonnenaufgang mit rosa und pinkem Himmel und vielen Menschen davor
Massentourismus in Angkor Wat: Menschen aus der ganzen Welt reisen hierher, um die Ruinen zu besichtigen (an diesem Tag natürlich auch wir).

Auf der einen Seite können es sich mit dem steigenden Lebensstandard immer mehr Menschen leisten, die Welt zu bereisen. Durch das bereisen anderer Länder hat der internationale Tourismus mit Sicherheit positive Auswirkungen, wenn es darum geht andere Kulturen zu respektieren und unseren Planeten besser zu verstehen.

Auf der anderen Seite realisieren nur wenige Touristen ihre tatsächlichen Auswirkungen auf die globale Erwärmung, das Artensterben und den Kollaps von Ökosystemen.

Der Kopf eines männlichen Komodowarans im Gras auf Komodo Island
Der Komodo-Nationalpark wurde beispielsweise im Januar 2020 vorübergehend geschlossen, um den Tieren und der Natur Zeit zur Regeneration zu geben.

Auf der anderen Seite wächst das Interesse für verantwortungsvolleren nachhaltigeren Tourismus und und wird auch das zentrale Thema der weltweiten Tourismusindustrie im Jahr 2020 sein. Beispielsweise soll der Trend „Flight-Shame“ (mit seiner größten Unterstützerin Greta Thunberg) tatsächlich bereits das Wachstum der Flugindustrie etwas verlangsamt haben.

Hoffentlich wird sich dieser Trend fortsetzen, da er für unsere Zukunft entscheidend sein wird.

Aber was bedeutet eigentlich verantwortungsvoller und nachhaltiger Tourismus?

Uns scheint es, als gäbe es ein paar Missverständnisse und wage Definitionen. Einige Menschen sind verunsichert was wirklich nachhaltig ist und wo nur „greenwashing“ betrieben wird. Manche denken sogar, dass umweltfreundliches Reisen kein erholsamer Urlaub sein kann.

Wir haben verantwortungsvollen und nachhaltigen Tourismus zu unserer Lebensaufgabe gemacht und beantworten deshalb hier einige grundlegende Fragen dazu.

Verantwortungsvoller Tourismus

Eine Holztreppe führt den Weg durch den Dschungel in das Sonnenlicht
Wir müssen Verantwortung für unseren ökologischen Fußabdruck, verursacht durch unsere Reisen, übernehmen

Eine mögliche Definition von verantwortungsvollem Tourismus:

Verantwortungsvoller Tourismus bedeutet grundsätzlich, die Lage vor Ort, also in den Reisedestinationen, durch touristisches Engagement zu verbessern – sowohl für die Einheimischen, als auch für den Tourismus. Eines der Grundprinzipien von verantwortlichem Tourismus ist die feste Verwurzelung in ethischen Werten.

Verantwortungsvoller Tourismus bedeutet:

  1. Freiwilligenarbeit
  2. lokale Geschäfte unterstützen
  3. mit tiergebundenen Aktivitäten im Zweifelsfall zurückhaltend sein
  4. die lokale Kultur und die Menschen vor Ort zu respektieren
  5. angemessenes Verhandeln
  6. kein Geld an Bettler geben
  7. andere auf unangebrachtes/ schädliches Verhalten aufmerksam machen (auf freundliche Weise)andere auf unangebrachtes/ schädliches Verhalten aufmerksam machen (auf freundliche Weise)
  8. Abfall ordnungsgemäß entsorgen

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass verantwortungsvoller Tourismus ethisch, achtsam und respektvoll ist. Doch verantwortungsvoller Tourismus bedeutet nicht automatisch, dass er auch ökologisch nachhaltig ist.

Nachhaltiger Tourismus

Eine Definition von nachhaltigem Tourismus könnte folgendermaßen lauten:

Das Konzept von nachhaltigem Tourismus ist, als Tourist irgendwo hinzugehen und zu versuchen, einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft, die Wirtschaft und insbesondere die Umwelt vor Ort zu nehmen.

Korallen mit dem englischen Wort für "tot" am Strand von Gili Asahan
Wir haben tote Korallen gesammelt, um an das durch den Klimawandel verursachte Absterben des marinen Ökosystems zu erinnern

Im Hinblick auf die Umwelt geht es beim nachhaltigen Tourismus um Folgendes:

  1. den ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich zu halten
  2. möglichst wenig Abfall produzieren
  3. Aktivitäten mit unverhältnismäßigem Ressourcenverbrauch vermeiden
  4. mit leichtem Gepäck reisen
  5. sich nachhaltig und gesund ernähren
  6. Wasser und Energie sparen
  7. Mehrwegartikel mitbringen statt Einweg benutzen (Flasche, Lunch-Box und Besteck)
  8. öffentliche Verkehrsmittel nutzen

Daher kann man (nach unserer Auffassung) den Begriff des nachhaltigen Tourismus mit umweltfreundlichem, grünem und auch langsamen sowie regionalem/lokalem Tourismus vergleichen.

Warum und wie man umweltfreundlicher reisen sollte

Flugzeuge, Kreuzfahrtschiffe und auch gewisse Fähren haben aufgrund ihrer enormen CO2-Emissionen einen stark negativen Einfluss auf die Erde. Um unseren Fußabdruck zu verringern, wäre es unser großer Wunsch, wenn wir gemeinsam (weitestgehend) auf weite Reisen für kurze Zeiträume zu verzichten und unsere Augen wieder für die Faszination der eigenen Region, der eigenen Stadt oder dem eigenen Land um uns herum öffnen.

Wir wissen, dass dies auf den ersten Blick nicht einfach erscheint, aber es ist definitiv der Mühe wert. Deshalb möchten wir euch inspirieren, indem wir unter anderem bereit sind in Zukunft auf Flugreisen zu verzichten (auf Kreuzfahrten waren wir ohnehin nie) und unsere Reisen so nachhaltig wie möglich zu gestalten.

Langsamer Tourismus – Qualität vor Quantität

Langsamer Tourismus bedeutet, sich von Stress und Hektik zu lösen.

Einerseits ist das Ziel des langsamen Tourismus, die Anzahl der gefahrenen Kilometer und der besuchten Orte sowie die Häufigkeit von Erlebnissen allgemein zu reduzieren. Auf der anderen Seite geht es darum, die Intensität jedes einzelnen Erlebnisses zu steigern und die Augen für eine völlig neue Art des Reisens zu öffnen.

Auch durch langsames Reisen kann man immer noch die Welt entdecken, aber eben mit geringerem Tempo.

Regionaler Tourismus

Regionaler Tourismus kann auf unterschiedliche Weise interpretiert werden. Wenn wir in diesem Artikel von „regional“ sprechen, meinen wir „nicht weit von daheim“.

Warum sollte ich in meinem Heimatland herumreisen?

Die Antwort ist einfach: Es ist leicht zu glauben, dass nichts in der Nähe deines Wohnorts, deiner Arbeit oder deiner Schule interessant genug zu bereisen oder zu entdecken ist, wenn man tagtäglich durch Social Media und Blogs scrollt, die von den scheinbar entlegensten Orten der Welt berichten.

Ist das nicht eine Art von geistiger Irreführung und wie kann ich regional reisen?

Versuche doch einmal bei deinem nächsten Urlaub dein Heimatland aus der Perspektive eines Touristen zu sehen (Erst vor kurzem haben auch wir erkannt, wie viele beeindruckende Orte wir in unserem Heimatland noch nie gesehen haben).

Gesammelte Flip-Flops an einem Strand in Bali ergeben das Wort "Fußabdruck".
Eines Tages in Bali sammelten wir über 600 Flip-Flops an einem einzigen Strand, um das Wort „FOOTPRINT“ in den Sand zu schreiben.

Lasst uns gemeinsam einen nachhaltigen Tourismus fördern

Wenn wir in einer Umfrage fragen würden, ob man lieber als nachhaltiger oder lieber als konventioneller Tourist gelten möchte, dann würden sich die meisten wahrscheinlich für Ersteres entscheiden. Dennoch entscheiden sich die meisten Menschen heutzutage noch zu einer konventionellen Urlaubsreise. Diese Differenz zwischen Denken und Handeln wird auch als „think-act-bias“ bezeichnet:

Wir wollen hier allerdings niemanden kritisieren, denn das Konzept von einem nachhaltigen Urlaub ist auch für uns neu, denn obwohl wir schon lange über unsere Auswirkungen auf die Umwelt Bescheid wussten, sind wir bis vor kurzem noch gerne ins Flugzeug gestiegen.

Als Individuum machen wir nur einen winzigen Unterschied in der Gesamtbilanz. Aber in der Summe kann ein wachsendes Interesse für nachhaltigen Tourismus eine unvorstellbar große kumulative Wirkung haben.

Was unsere Meinung über das Reisen geändert hat

Alle wollen Änderungen, aber niemand will sich ändern.

Wir reisten durch Südostasien, während in Schweden ein kleines Mädchen namens Greta Thunberg für ihren Klimatstreik bekannt wurde.

An diesem Punkt wurde uns endlich klar, dass unsere Erde unseren Lebensstil nicht für immer kompensieren wird. Deshalb sind wir bereit, nicht nur unser tägliches Leben zu Hause zu ändern, sondern auch unnötige Emissionen beim Reisen zu vermeiden.

Sonnenblume mit Sonnenlicht in der Natur
Wir müssen unsere Umwelt erhalten, nicht zuletzt um auch selbst als Spezies zu überleben.

Um nachhaltiger zu Reisen sind wir bereit für Veränderung

Wir tun unser Bestes, um in Zukunft mit dem kleinstmöglichen Verbrauch zu reisen und sind legen viel Wert auf ständige Optimierung um Abfall und Emissionen zu reduzieren. Deshalb werden wir in Zukunft…

  • auf unbestimmte Zeit nicht mehr fliegen
  • regionaler und langsamer reisen
  • mehr öffentliche Verkehrsmittel nutzen
  • Alternativen zum Fliegen und zu Fähren suchen
  • nachhaltige Projekte und Unternehmen unterstützen
  • einen nachhaltigen Tourismus unterstützen
  • im allgemeinen wollen wir ein gutes Beispiel für mehr Nachhaltigkeit in der Reisebranche sein

Wie steht es um Reiseziele auf anderen Kontinenten bei nachhaltigem Reisen?

Trotzdem haben wir immer noch Träume, andere Kontinente zu besuchen, das ist sicher.

Trotz der ganzen Nachhaltigkeits-Diskussion haben auch wir den Wunsch, andere Kontinente zu besuchen. Da wir aber nicht mit dem Flugzeug reisen wollen, haben wir uns entschlossen, in Europa zu bleiben, bis der internationale Reiseverkehr umweltfreundlicher geworden ist. Und wer weiß, vielleicht können wir sogar unseren Traum, eines Tages die Welt zu besegeln, verwirklichen.

TIPP FÜR NACHHALTIGES REISEN: Wenn du dich auch fürs Segeln interessierst, dann lies unsere Blog-Posts über Segeln in Kroatien und unseren Artikel über die besten Inseln in der Nähe von Split.

junges Paar an der Spitze einer Segelyacht an der Adria
Unser Ziel ist es, eines Tages die Welt zu umsegeln!

Zusammenfassung

Nachhaltiger Tourismus ist ein permanenter Lernprozess und wir sind absolut nicht perfekt. Aber es geht dabei auch gar nicht um „Null-Emissionen“ oder „Null-Verschwendung“. Vielmehr geht es darum, intelligentere Entscheidungen zu treffen, um die negativen Auswirkungen, die wir auf unseren Reisen verursachen, so weit es geht zu reduzieren.

Unser Ziel für nachhaltigen Tourismus:

  • wir wollen dazu beitragen, die Tourismusindustrie zu einer umweltfreundlicheren Industrie machen
  • uns in der Gemeinschaft des nachhaltigen Tourismus zu etablieren
  • generell zu einem nachhaltigeren Lebensstil zu gelangen (zum Beispiel nachhaltige Marken unterstützen und pflanzlich Ernähren)

Lasst uns gemeinsam die Welt verändern und verbessern! Teile uns in den Kommentaren unten mit, was du bereits machst, um verantwortungsvoller und nachhaltiger zu reisen!

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